Tag 28 - Johannesburg
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So richtig wohl haben wir uns in Johannesburg nicht gefühlt.

Gestern Abend haben wir nach einen 1 ½ stündigen Flug Johannesburg erreicht. Auch hier hatten wir wieder einen Transfer im Vorfeld, vom Flughafen zu unserem Hotel „The View Boutique Hotel“ gebucht. Auf dem Weg dorthin liefen schon sehr viel dunkle Gestalten auf den Straßen herum, die ansonsten wie leergefegt wirkten. Auch wenn uns bewusst war, bei Dunkelheit nicht mehr die Unterkunft zu verlassen, wirkte dieses doch schon sehr unheimlich.
 
Im Hotel angekommen beharrte unser Fahrer darauf, dass wie solange im Wagen sitzenbleiben, bis das Tor vom Hof aufgeht und wir in den Innenhof eingefahren sind. Das Hotel war soweit in Ordnung; vielleicht schon ein weinig in die Jahre gekommen. Der Service war freundlich und zuvorkommend.
 
 
Eigentlich wollten wir an diesem Abend noch irgendwo was Essen gehen; aber wir haben uns tatsächlich nicht mehr aus unserer Festung (hohe Mauern mit Stacheldraht; komplett Videoüberwacht) rausgetraut. In Johannesburg – Südafrikas größter Stadt – leben 4,5 Millionen Menschen. Doch genau weiß das niemand, denn wenn man die Zahl der Menschen der umliegenden Townships dazu rechnet, dürften es ein Vielfaches mehr sein. Alleine in Soweto (South Western Township of Johannesburg) leben geschätzt 1 Million Menschen.
 
Johannesburg wird von Einheimischen liebevoll „Jozi“, „Joburg“ (Weiße) oder „e'Goli“ (Stadt des Goldes bei den Schwarzen) genannt. Der Boom Johannesburgs begann 1886, als am Witwatersrand Gold gefunden wurde. Nachdem die Goldminen ausgebeutet waren entwickelte sich Joburg mehr und mehr zum Finanzzentrum Südafrikas. Hauptstadt war Johannesburg jedoch nie. Fälschlicherweise denken genau dies aber viele Touristen.
 
Für heute haben wir uns dazu entschieden die Hop-on Hopp-off Tagestour zu machen, um einen ersten Eindruck über die Geschichte des Goldschürfens, zu hören,  die Geschichte der Apartheid und den Triumph des modernen Johannesburg zu erhalten. Diese Tour hält an allen sehenswerten Orten an und bietet eine sichere Art Johannesburg zu erkunden.
 
Um zum Abfahrtspunkt des Busses zu gelangen haben wir über die „Uber“-App einen Fahrer bestellt. Auch hier wurde uns dringend, von der netten Dame an der Rezeption angeraten, dass wir im verschlossenen Innenhof auf den Fahrer warten und nicht auf die Straße gehen. Die Abholung und Fahrt funktionierte mit Uber einwandfrei. Wir haben für 8 Kilometer insgesamt 85 ZAR bezahlt.
 
Wir haben uns bei „The Zone @ Rosebank“, ein riesiges Einkaufszentrum absetzen lassen. Rund um das Einkaufszentrum stand Security (ohne Wertung). Als wir noch kurz zur Orientierung aufs Handy schauten, wurden wir freundlich von der Security darauf aufmerksam gemacht, dass wir „vorsichtig“ mit dem Handy umgehen.
 
Als wir das Einkaufszentrum betraten änderte sich das Umfeld schlagartig – ungefähr so als betritt man einen Freizeitpark. Innerhalb war alles schön angelegt und es wimmelte hier - im Gegensatz zu den umliegenden Straßen - von Menschen. Das Ganze machte uns schon sehr nachdenklich.
 
Von dem Ticket-Geschäft wurden wir von einem Mitarbeiter zum Bus geführt und los ging es. Auch wenn die Apartheid schon lange vorbei ist, sind die Probleme noch an allen Ecken eindeutig sichtbar.
 
 
Auch wenn man in vielen Berichten immer wieder hört, dass Johannesburg noch vor nicht allzu langer Zeit als gefährlich galt und dass die Touristen die Stadt nach Ankunft am Flughafen so schnell wie möglich mit dem Mietwagen verließen, um andere Regionen (vor allem den Krüger Nationalpark) zu besuchen – dieses jetzt aber nicht mehr der Fall ist – könne wir das so nicht bestätigen.
 
 
Wir persönlich würden, falls wir nochmals nach Johannesburg müssen – ein Flughafenhotel buchen und lediglich im Hotel verweilen. Klar, wenn man die Menschen und die Kultur besser kennen lernen möchte geht das nirgendswo besser als hier. Wer auf diese Art von Reisen steht sollte dann wohl auch unbedingt das Soweto-Viertel besuchen (South Western Township of Johannesburg). Der Gegensatz zwischen Arm und Reich könnte hier nicht größer sein: Hier Wellblech-Hütten, auf der anderen Straßenseite ein Luxushotel (gebaut zur Fußball WM).
 
 
So richtig viele „schöne Sehenswürdigkeiten“ sind uns somit auf der Busfahrt auch nicht untergekommen. Das Einzige, was uns hier interessieren würde sind:
  • das Apartheid Museum
  • Orlando Towers – Bungee Jumping
  • Constitution Hill (Gefängnis, indem Nelson Mandela und Mahatma Ghandi für eine Zeit lang Gefangene waren) – haben wir besucht
Auf der Karte, die wir zu der Hop-on Hopp-off Tour erhielten. hatten wir uns eigentlich noch zwei Ausstiegspunkte ausgesucht, Braamfontein und Mining District:; als wir dort ankamen hielten wir es allerdings für „sicherer“ den Bus nicht zu verlassen.
 
Nachdem wir einmal beide Rundtouren (rote Route und grüne Route) abgefahren sind haben wir uns dann wieder mit einem Uber-Fahrer zu unserem Hotel zurückbringen lassen, wo wir dann noch ein sehr leckeres 3-Gänge-Menü genossen haben. Wir waren tatsächlich die einzigen Gäste in diesem Hotel …